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Bei dem zu restaurierenden Möbel handelt es sich um einen in Mahagoni furnierten Schreibsekretär aus der ersten Hälfte des 19. Jh. Als Entstehungsortt kann Deutschland angenommen werden. Der klassisch aufgebaute Schrank weist zwei Stirnschübe sowie drei Schübe unterschiedlicher Größe im unteren Bereich auf. Hinter der Schreibklappe verbirgt sich das Innenleben mit weiteren zehn kleinen Schüben, die um ein Mittelfach angeordnet sind. Sämtliche Schübe sind mit Fadeneinlagen versehen.
Das Möbel weist typische Abnutzungsschäden in den Bereichen des Schubkastenlaufsysthems sowie stärkere Furnier- und Holzschäden im Sockelbereich auf. Das linke Vorderbein samt Zwickel fehlen. Die Rückwandfüllungen sowie der Mittelfries fehlen und sind durch eine Sperrholzplatte ersetzt worden. Die Originalpolitur weist Nutzungsspuren auf, ist aber dennoch nahezu vollständig erhalten. Der Aufsatz fehlt gänzlich. Er ist nur noch in seinen Außenmaßen auf Grund der Aussparungen im Deckfurnier des Korpus abzulesen.
Restaurierungskonzept
Das Möbel sollte seiner Nutzbarkeit wieder hergestellt werden, d.h. Schübe und Klappe sollten gangbar sein, die Originaloberfläche zur Gänze erhalten und nur gereinigt werden. Fehlende Teile wie Füße und Rückwand sollten ergänzt werden und zum Gesamterscheinungsbild des Möbels passen.
Restaurierungsbericht
Die Sperrholzrückwand und die Rahmenbretter, welche die Füllungen aufnehmen wurden von den Seitenwänden des Korpus gelöst. Dadurch konnten sämtliche Laufleisten der Schubkästen nach hinten herausgeschoben werden, um die ausgeschliffenen Laufleisten wieder aufzudoppeln. Die durch die Schreibklappe herausgehebelte Traverse wurde nach vorne herausgenommen und so wieder eingesetzt, daß sie keiner Belastung mehr ausgesetzt wird Das Innenleben wurde nach vorne herausgenommen, nachdem die Halteklötzchen entfernt waren.
Sämtliche Schubkästen mußten im Laufbereich aufgedoppelt werden um wieder das ursprüngliche Maß zu erreichen. Die Traversen mußten teils im sichtbaren Bereich vorne, teils im Innnenbereich wieder auf Maß aufgedoppelt werden.
Eine fehlende Perlmuttschlüsselbuchse der zweiten Schublade von unten wurde ergänzt. Vier massiv in Mahagoniholz gedrechselte mit Perlmutteinlagen verzierte Schubkästchenknöpfe wurden teils ergänzt.
Der rechte Vorderfuß samt Zwickel und der hintere Zwickel links wurden komplett neu hergestellt, da sie fehlten. Zusätzlich wurde der hintere rechte Fuß im Blindholz sowie am Deckfurnier ergänzt. Dabei wurde auf bereits poliertes Mahagonifurnier alter Möbelteile gleicher Zeit zurückgegriffen, die ähnliche Textur sowie Oberflächencharakter des Originals aufwiesen. Die Rückwand wurde ebenfalls aus einem Fundus alter Möbelteile und auf das notwendige Maß angepaßt.
Der fehlende Aufsatz wurde nicht rekonstruiert.
Das Innenleben wurde neu angeschlagen und fixiert.
Die Oberfläche wurde komplett gereinigt, kleinere Furnierfehlstellen und Blindholz mit Furnier bzw. Massivholz ergänzt. Kleinste Fehlstellen wurden mit reversiblem Kitt geschlossen. Im Rückwandbereich wurde ein größerer Schaden im Blindholz ergänzt.
Es wurde keinerlei zusätzliche Politur auf die Originalpolitur aufgebracht.
Teilweise wurden kleinere Retuschen der Kittungen und Furniereinsätze gemacht.
Beschläge, Schlösser und ein Schlüssel sind original und funktionstüchtig. Alle anderen Flächen mußten nur gereinigt werden.
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